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Eurythmie maNt

WHAT MOVES YOU Kinotrailer des Doku-Films von Christian Labhart (CH/D 2013)

Yep | FRIENDSHIP | TRANCEPARENCY | EXISTENTIAL | SPIRITED - Eurythmie

Eurythmie in der Pädagogik

Sichtbare Sprache & sichtbarer Gesang

„Eurythmie ist eine wirkliche sichtbare Sprache und ein sichtbarer Gesang. Sie ist aus der Gesetzmäßigkeit der menschlichen Organisation so herausgebildet wie der Ton im Gesang und ein Wort in der Sprache.“

Rudolf Steiner

Die Eurythmie ist eine  B e w e g u n g s k u n s t  deren Grundlagen in den Jahren 1912 - 1925 durch Rudolf Steiner im Geiste der Metamorphosenlehre von J. W. v. Goethe entwickelt wurde.

Durch die Bewegungskunst Eurythmie finden die inneren (seelisch-geistigen) Bewegungen und Formen der Sprache oder der Musik in Bewegungen und Gebärden des ganzen Menschen ihren Ausdruck. Die Elemente der Sprache oder der Musik (Vokale, Konsonanten, Wortgestalt, Satzordnung, Melos, Harmonie, Rhythmus, Takt etc.) werden dabei in ihrer inneren Qualität erlebt und als „sichtbare Sprache“ oder „sichtbarer Gesang“ solistisch oder gemeinschaftlich im Ensemble zur Erscheinung gebracht.

Ausgehend vom bildhaften Erleben kleiner Reime und Rhythmen, bis zur differenzierten Ausgestaltung größerer Kompositionen oder Gedichte durchzieht der Eurythmie-Unterricht alle zwölf Jahre der Waldorfschulzeit.

 

Unterstufe

Ganz aus dem bildhaften Erleben werden in der ersten Zeit an kleinen Reimen, Märchenspielen und liedhaften Melodien musikalisch-sprachliche Rhythmen und Motivstrukturen, in einfachen Reigen und schlichten geometrischen Bewegungsformen gepflegt. Tonverhältnisse, Vokale und Konsonanten werden in urbildlichen Gebärden ausgeführt. Einfache Übungen mit Stab oder Kugel unterstützen das erwachende Raum- und Selbsterleben.

Mittelstufe

Intervalle, Vokale und Konsonanten werden nun in sinnhaften Motiv-, Wort- und Satz-Gestaltungen herausgearbeitet. Seelische Bewegungsqualitäten werden aus polaren Elementen wie Dur-Moll, Spannung-Entspannung, aktiv-passiv, innen-außen, ernst-heiter, etc., an musikalischen Kompositionen und – unter besonderer Berücksichtigung der grammatikalischen Struktur, der Reim- und Strophenformen – an Gedichten aus verschiedenen Kulturepochen in gemeinschaftlichen Bewegungsformen geübt. Konzentrations- und gemeinschaftliche Koordinationsübungen, Schreiten im Rhythmus und im Takt, Alliterationen, Gruppenformen und differenziertere Stabübungen etc. fördern Selbstständigkeit, Wachheit, Übersicht und gegenseitige Achtsamkeit.

Oberstufe

Immer selbständiger wird so das in den anderen Unterrichtsfächern  theoretisch und manuell Veranlagte vertieft und zur gestalterischen Fähigkeit ausgebildet.

Musik Poetik Eurythmie
Ton (Melos)

Harmonik

Rhythmus

Takt

Laut (Sinngehalt)

Grammatik

Rhythmus

Metrum

wird       Gebärde (Geste)

wird       Raumordnung / Raumgefühl

wird       Bewegungsdynamik

wird       Bewegungs-Charakter

 

Epische Texte, dramatische Gedichte, Lyrik bis zur Moderne sowie musikalische Meisterwerke bis zur Zwölfton-Musik und Gegenwart, und auch eigene Improvisationen bilden die Grundlage der Arbeit. Das Kunstprinzip des Gegensatzes von apollinisch / dionysisch, sowie übergreifende Ordnungsprinzipien wie der Tierkreis und die Planetenbewegungen, als auch weitergehende soziale und kulturelle Fragestellungen bieten ergänzende Anregungen etc.

So ist mit dem Eurythmie-Unterricht ein Element gegeben, in dem die Schülerinnen und Schüler nicht nur durch Wissen, sondern auch durch Gefühl und Willenserfahrung in den Reichtum der Welt mitgestaltend einzutauchen vermögen und somit eine harmonische Entwicklung von Denken, Fühlen und Wollen veranlagt wird.

Thomas Brunner

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