Vier Tage zum Durchatmen – Pfingstferien im Hort
Es gibt Tage, die brauchen kein großes Programm, um reich zu sein. Ein weiter Himmel, freundliches Wetter, Zeit im Grünen und Kinder, die nach und nach aus dem dichten Schuljahresrhythmus in einen freieren Atem finden – manchmal beginnt genau dort das Wesentliche.
So waren die Pfingstferien im Hort in diesem Jahr vor allem eines: eine wohltuende Pause. Vier Tage lang durfte der Alltag langsamer werden. Die Kinder verbrachten viel Zeit draußen in der Natur, spielten, ruhten, entdeckten, kamen miteinander ins Tun und ins Gespräch. Das Wetter meinte es gut mit uns und schenkte den passenden Rahmen für diese kleine Auszeit im Jahreslauf.
Nicht ein voller Ferienplan stand im Mittelpunkt, sondern das, was Kinder nach vielen Wochen Schule besonders brauchen: Raum. Raum für freies Spiel, für Bewegung an der frischen Luft, für kleine Begegnungen, für Langeweile, aus der plötzlich eine Idee wächst, und für das stille Glück, einfach da sein zu dürfen.
Wie kleine Kostbarkeiten fügten sich einige handwerkliche und sinnliche Angebote in diese Tage ein. Beim Töpfern tauchten die Kinder mit den Händen in die Arbeit ein. Aus einem Stück Ton konnte etwas Eigenes entstehen – geformt, verändert, wieder verworfen und neu begonnen. Auch das Korbflechten forderte und schenkte zugleich: Geduld, Geschick, Aufmerksamkeit und die Erfahrung, dass aus einfachen Materialien durch ruhige Hände etwas Tragfähiges wachsen kann.
Ein besonderer Duft begleitete uns beim Sammeln und Verarbeiten frischer Holunderblüten. Gemeinsam wurden die Blüten vorbereitet und zu Sirup verarbeitet, der anschließend sorgfältig in Flaschen abgefüllt wurde. So fand ein Stück Frühsommer seinen Weg in die Hände der Kinder – hell, duftend und mit allen Sinnen erfahrbar.
Ein herzlicher Dank gilt Claudia Stricker, die die Angebote zum Töpfern und Korbflechten ermöglicht hat. Die Kinder nahmen diese Impulse mit großer Freude auf, nicht als Pflicht, sondern als Einladung: zu gestalten, zu verweilen und dem eigenen Tun zu vertrauen.
So bleiben diese Pfingstferien nicht wegen großer Ereignisse in Erinnerung, sondern wegen ihrer stillen Qualität. Es waren Tage mit viel frischer Luft, Natur, Handwerk, Duft und Gemeinschaft – Tage, die den Kindern Raum gaben, wieder bei sich selbst anzukommen.
K. Kusy

